Montag, 13. November 2017

Cavalier Black Series II

 
Das Team um Sebastién Decoppet, dem „Gründer“ von Cavalier Cigars (mittlerweile auch Besitzer des Tabakfachgeschäftes  Rhein Cigars 1905 in Genf), ist mal wieder aktiv geworden und herausgekommen ist eine Boxpressed Version der Black Line.  Die Black Series II, die das Portfolio der Marke, die „damals“ mit der White Line in den Zigarrenmarkt einstieg, erweitert, ist nun schon die dritte Zigarre  unter dem Label Cavalier Cigars erschienene Zigarre.  Auch die Black Series II wird in der Fabrik San Judas Tadeo bei Maya Selva in Honduras hergestellt und mit einem Quadrat aus 24k Blattgold auf dem Deckblatt verfeinert.

 
 
 
Beim Blend setzt man auf ein leicht öliges mexikanisches San Andres Deckbaltt, das sich wunderbar filigran und feinadrig präsentiert. Sowohl bei der Einlagemischung und dem Umblatt dieser Serie, deren Zigarren es in den Formaten Robusto, Robusto Gordo,  Toro, Toro Gordo und Torpedo gibt, vertraut man komplett auf nicaraguanisches Blattgut. Die hier verkostete Torpedo hat ein 54er Ringmass eine Länge von ca. 15,2 Zentimetern.

 
 
Im ersten Drittel  verströmt die Zigarre eine wunderbare Schokoladennote, die in Verbindung  mit einer leichten Pfeffernuance und einer dezenten Menge an Röstaromen eine leicht süßliche und smoothe Melange entstehen lässt.  Im weiteren Verlauf des Drittels bildet sich eine leichte Kaffeenote  heraus, die der Zigarre geschmacklich noch einen Kick in die richtige Richtung gibt. Insgesamt ist die Zigarre zu diesem Zeitpunkt stärketechnisch als mediumbodied einzustufen und zeigt sich sehr rund im Geschmack. Der Abbrand ist angehend gut, die Asche präsentiert sich fest und kompakt.
 

Im zweiten Drittel setzt sich das (nun herbe) schokoladige Wohlfühlaroma fort und ermöglicht es der Kaffeenote, sich mehr Raum im Blend zu erarbeiten. Die Zigarre wird nun auch etwas würziger, da die Pfeffermenge und die Röstaromen einen größeren Anteil am Gesamtgeschmack haben und nun ausgeprägter vom Volumen her um die Ecke kommen. Im Rauchverlauf dieses Drittels kommt noch eine subtile Süße hinzu, die nicht von der Schokolade geprägt ist, sondern mich eher an geröstete Mandeln erinnert.  Durch diese Mischung der Aromen und die Tatsache, dass der Blend sich weiterhin in der Balance befindet, ist die Cavalier Black Series II weiterhin sehr smooth und im mittelkräftigen Bereich  einzuordnen . Der Abbrand ist in diesem Drittel gut, die Asche nun fest und kompakt.
 

Im letzten Drittel verzichtet die Cavalier Black Series fast komplett auf die schokoladige Note, die nur noch ganz dezent im Hintergrund am Anfang des Drittels zu verspüren ist und dann von dem leicht metallischen Geschmack abgelöst wird, der durch das Gold auf dem Deckblatt entsteht. Die Kaffeenote  ist sogar komplett verschwunden, da Sie Platz machen musste für eine gestiegene Pfeffermenge, vermehrte Röstaromen und eine nun aufkommende Zedernnote. Die Zigarre wird dasdurch insgesamt würziger und ist nun geradeso  im Beginn des Medium-to-Full Bereichs zu verorten, da die Zigarre nicht überpowert und so wohldosiert ihrem Ende entgegen qualmt. Im Endspurt bildet sich nun auch ein leichter Kegel, wobei die Asche trotzdem fest und kompakt ist.

 
Fazit: Die Black Series II ist ein Träumchen von einer Zigarre und weist ein sehr komplexes Aromenspiel auf. Die Zigarre steigert sich von Drittel zu Drittel, obwohl der Start schon wirklich imposant ist. Der Blend ist auch die gesamte Rauchdauer von 90 Minuten komplett in der Balance und  die Zigarre ist so richtig Schmackofatz. Die Asche ist zu jeder Zeit fest und kompakt, der Abbrand ist für eine boxpressed absolut gut, bis auf den kleinen Kegel zum Ende hin. Toll ist natürklich der Gimmick mit dem 24K Goldquadrat, das auch in der Asche noch sichtbar ist. Trotz des kleinen Kegels am Ende muss ich aber durch die unglaublich leckere und wandelbare Aromatik hier definitiv 96 Points in den Ring werfen. Sie gefiel mir sogar noch einen Touch besser als die White Line, die auch mit 96 Points durchs Ziel ging. Schade, dass es die Black Series II noch nicht auf dem deutschen Markt gibt, denn ich kann nur sagen: Sebastién, tu as trés bien fait.
 
 
Getränketechnisch empfehle ich dazu einen Rum, der es aromentechnisch mit der Zigarre aufnehmen kann, ob eher herber oder doch im süßlichen Bereich beheimatet, sollte jeder selbst entscheiden.